Die Anzucht und Pflege von Tomaten

Aussaat und Pikieren

Tomaten kann man erst im Garten halten , wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Das ist erst ab etwa Mitte Mai der Fall. Wenn man dann erst mit der Aussaat beginnen würde , wäre die Zeit zu kurz um vor dem Herbst viele Tomaten ernten zu können. Daher zieht man die Tomaten in hellen,warmen Räumen vor , um zur Zeit wenn es im Garten warm genug ist , bereits kräftige Planzen zum Auspflanzen zur Hand zu haben. Frühe Sorten wie beispielsweise Stupice sind dann schon Mitte Juni erntereif. Ein günstiger Zeitpunkt , für den Start der Aussaat in geschützten Räumen , ist Mitte bis Ende März. Die Tomaten keimen und wachsen sehr schnell und wenn man zu früh mit der Aussaat beginnt werden die Pflanzen sehr groß so das es schwierig ist sie bis zur Auspflanzung ausreichend mit Wasser und Nährstoffen (wegen dem kleinen Wurzelballen) zu versorgen.

Im Gegensatz zu Paprika und Chili keimen Tomatensamen schnell und sicher. Ein Einweichen oder eine andere Behandlung ist für ein gut keimfähiges Samenmaterial nach eigener Erfahrung überflüssig

Verwenden Sie Aussaattöpfchen oder Aussaatschalen und streuen sie die flachen Samen auf feuchte Aussaaterde und bedecken sie die Samen mit einer leichten Schicht Aussaaterde. Halten sie die Erde dann bei einer Zimmertemperatur von 20-24o C feucht aber nicht nass. Dies erreichen Sie entweder durch Verwendung einer Sprühflasche zum Nachfeuchten , oder sie nehmen ein Minianzuchthaus mit Abdeckung , oder sie stülpen ganz einfach eine durchsichtige Plastiktüte über das Anzuchttöpfchen oder -schale.

Je nach Temperatur werden die ersten Pflanzen innerhalb von 5 - 12 Tagen erscheinen. Danach muss die Abdeckung , falls verwendet , entfernt werden. Sie sollten jetzt etwas kühler gehalten werden und soviel Licht wie möglich erhalten. Das heisst desto heller um so höher kann die Temperatur sein.
Wenn sie zu warm bei zu wenig Licht gehalten werden "vergeilen" die Pflanzen. Mickrige , sich drehende lang schiessende Keimlinge sind ein Zeichen für ein Missverhältnis Temperatur/Licht.

Wenn ausser dem Keimblättern ein weiteres Blattpaar sich entwickelt , können die Pflänzchen vereinzelt (pikiert) werden. Dazu verwendet man kleine Töpfe mit Bodenlöcher und als Substrat Blumenerde. Ich mische der Blumenerde noch etwa 25 % vom eigenem angesetzten Humus hinzu . Beim Vorgang des Pikierens werden die zarten Pflänzchen sanft aus der Erde genommen , und die Wurzeln werden vorsichtig entwirrt um eine Verletzung der feinen Wurzeln zu vermeiden und danach werden sie einzeln in Töpfchen eingepflanzt und danach gewässert. Nach dem Verpflanzen lassen die vereinzelten Pflanzen meist die Köpfe hängen und es dauert einige Zeit bis sie sich wieder erholt haben. In dieser Zeit sind die Pflanzen sehr empfindlich gegen extreme Zustände (zu trocken,zu nass, zu viel Zug) und sind dann anfälliger für Schädlinge wie Blattläuse,Trauermücken und Pilzkrankheiten wie die Umfaller-Krankeit. Wenn die kritischen Stunden bis zur Neueinwurzelung ins neue Substrat überstanden sind , werden die Pflanzen robuster und kommen alleine gut zurecht Schädlinge und Pilzkrankheiten abzuwehren.

Sobald es draussen deutlich über 5o C warm ist , können die Pflänzchen unter Beobachtung schon gelegentlich zum Abhärten ins Freie gebracht werden.

Pikiert Pflanzen

Damit gewöhnen sich die empfindlichen Pflanzen an das rauhere Klima im Freien. Ab einer Höhe von etwa 10 cm braucht die Pflanze einen Stab zum Festbinden und als Stütze , da sie sonst bei windigen Wetter leicht abknicken kann .
Wenn die pikierten Pflanzen immer größer werden , wird es immer aufwendiger den Wurzelballen feucht zu halten. Der kleine Wurzelballen kann nur eine begrenzte Menge Wasser aufnehmen und bei warmen Wetter sind diese Wassermengen - durch die hohe Verdunstung über das Laubwerk - schnell verbraucht und die Pflanze sieht traurig aus und läßt die Blätter hängen. Man glaubt es am Anfang kaum , wenn man die Pflanzen dann sieht , daß sie bei diesen Aussehen noch zu retten sind , aber sie erholen sich nach einer erneuten Wasserzufuhr schnell wieder . Es ist zu beachten das beim Gießen das Wasser nur am Wurzelstamm zugegeben werden soll , da die Pflanzen wenn die Blätter dauernd naß sind , sie nicht widerstandsfähig genug gegen Pilzkrankheiten bleiben .
Nach den Eisheiligen (Mitte Mai) können die Pflanzen in ihr endgültiges Quartier im Garten versetzt oder als Kübelpflanze umgepflanzt werden. Im Kübel sollten Sie der Pflanze wenn sie üppig wachsen soll , mindestens 10 l Erde gönnen und es muss sichergestellt sein , daß das Pflanzgefäß durch Abflußlöcher eine ausreichende Drainage aufweist.

zum Seitenanfang

Zusätzliche Informationen