Die Anzucht und Pflege von Paprika und Chili Peppers

Aussaat und Pikieren

 

Um die Entwicklungszeit für das Reifen von Paprika und Chili Pepper zu berücksichtigen , müssen die Pflanzen in der Wohnung(oder in anderen hellen,warmen und geschützten Bereichen) ausgesät und vorgezogen werden. Verwenden Sie für das Aussäen eine gute Aussaaterde, vor allem eine solche welche beim Gießen nicht zusammenpappt und das Pikieren erschwert ,da dann die einzelnen Pflänzchen schwer zu trennen sind.
Ein günstiger Aussaat Termin ist so um die erste Märzwoche. Frühere Aussaaten benötigen viel mehr Fingerspitzengefühl für ein gesundes Heranwachsen und ungesunde Pflanzen kränkeln und haben zu wenig Widerstand gegen Pilzkrankheiten und Blattlausbefall. Ein späterer Anbau kann dazu führen , das die Früchte nicht mehr richtig ausreifen.

Bevor man den Aussaatvorgang beginnt , kann man die Samen in lauwarmen Kamillentee und/oder mit Wasser dem eine zerdrückte Knoblauchzehe beigefügt ist 8-24 Stunden vorquellen lassen. Damit sollten die Samen schneller keimen und einen gewissen Schutz gegen schädliche Keime im Saatgut oder in der Aussaaterde oder -töpfchen erhalten. Während Tomatensamen sehr schnell keimen und auch keine all zu große Temperaturansprüche stellen, sind Keimprobleme bei Chili und Paprika wesentlich größer. Paprika und die scharfen Chilis haben gerne höhere Temperaturen zum keimen. So an die 30° Celsius hätten diese schon gerne als Starttemperatur. Da Paprika und Chili Peppers meist doppelt so lange als Tomaten zum Keimen brauchen, kann es leicht passieren das die Temperaturen für eine Fäulnis bereits ausreichend hoch sind, aber nicht hoch genug zum keimen. So kommt es, wie es kommen muß, der Samen verfault ohne zuvor gekeimt zu haben. Daher kann das beschriebene Wässern mit Kamillentee oder Knoblauch Extrakt eine gewisse Erleichterung bei der Keimung bringen.

Verwenden Sie Aussaattöpfchen oder Aussaatschalen und streuen sie die flachen Samen auf feuchte Aussaaterde und bedecken sie die Samen mit einer leichten Schicht Aussaaterde .Halten sie die Erde dann bei einer Zimmertemperatur von 20-24oC feucht aber nicht nass. Dies erreichen Sie entweder durch Verwendung einer Sprühflasche zum Nachfeuchten , oder sie nehmen ein Minianzuchthaus mit Abdeckung , oder sie stülpen ganz einfach eine durchsichtige Plastiktüte über das Anzuchttöpfchen oder -schale.

Je nach Temperatur werden die ersten Pflanzen innerhalb von 7 - 21 Tagen erscheinen.anzuchtchili.jpgDanach muss die Abdeckung , falls verwendet , entfernt werden. Sie sollten jetzt etwas kühler gehalten werden und soviel Licht wie möglich erhalten. Das heisst desto heller um so höher kann die Temperatur sein.
Wenn sie zu warm bei zu wenig Licht gehalten werden "vergeilen" die Pflanzen. Mickrige , sich drehende lang schiessende Keimlinge sind ein Zeichen für ein Missverhältnis Temperatur/Licht.Das Licht-/Temperaturverhältnis ist besonders kritisch beim frühzeitigen Anbau im Januar/Anfang Februar wenn es noch viele trübe Wintertage gibt. Später ist es nicht mehr so kritisch.

Wenn ausser den Keimblättern ein weiteres Blattpaar sich entwickelt , können die Pflänzchen vereinzelt (pikiert) werden. Dazu verwendet man kleine Töpfe mit Bodenlöcher und als Substrat Blumenerde. Ich mische der Blumenerde noch etwa 25 % vom eigenem angesetzten Humus hinzu . Sobald es draussen deutlich über 5o C warm ist , können die Pflänzchen unter Beobachtung schon gelegentlich zum Abhärten ins Freie gebracht werden. Damit gewöhnen sich die empfindlichen Pflanzen an das rauhere Klima im Freien. Ab einer Höhe von etwa 10 cm braucht die Pflanze einen Stab zum Festbinden und als Stütze, da sie sonst bei windigen Wetter leicht abknicken kann
Nach den Eisheiligen (Mitte Mai) können die Pflanzen in ihr endgültiges Quartier im Garten versetzt oder als Kübelpflanze umgepflanzt werden. Im Kübel sollten Sie der Pflanze wenn sie üppig wachsen soll , mindestens 5 l Erde gönnen und es muss sichergestellt sein , daß das Pflanzgefäß durch Abflußlöcher eine ausreichende Drainage aufweist.

 

Auspflanzen im Garten oder im Pflanzgefäß am Balkon

Das Beet im Garten oder im Gewüchshaus sollte gut vorbereitet sein und es sollten für ein oder zwei Jahre weder Paprikagewächse ,Tomaten oder Auberginen angebaut worden sein . Da alle Nachtschattengewächse gerne warme Füße haben ,empfiehlt es sich unter dem Pflanzloch etwas halbverotteten Mist einzuarbeiten. Durch die Verrottung entsteht Wärme und das bekommt den Pflanzen. Zusützlich stehen viele Nährstoffe zur Verfügung. Es dauert einige Zeit bis sich das Wurzelwerk richtig ausbildet und man die Pflanze richtig wachsen sieht. Der Pflanzabstand sollte bei kleineren Chili Peppers ca. 50x50 cm betragen. Bei Paprika mit großen Schoten sollten es mindestens 75x75 cm sein. Engere Pflanzabstände führen dazu , das viele Schoten zu wenig Licht und Sonne bekommen und nicht richtig ausreifen können.

Wichtig ist auch das die Pflanzen Stützstäbe erhalten und festgebunden werden. Trotz des Anbindens sind die Pflanzen dankbar für einen Windschutz. Meine eigenen Versuche zeigten deutlich bessere Ernteergebnisse bei Pflanzen denen ich Windschutz (Eine 40 cm über den Boden ragende Plexiglasumrandung) angedeihen ließ.

Pflanzen die größere Schoten ausbilden , benötigen zusätzlich Stützhilfen um die schweren Schoten tragen zu können. Dies ist besonders wichtig , da die Zweige des Chili Peppers und Paprikas sehr spröde sind und leicht abknicken.
Für die Pflanzung im Pflanzgefäßen gilt sinngemäß das Gleiche. Es ist, da der Wurzelballen begrenzt ist , eine nahrhafte Pflanzerde (mit guter Wasserspeicherungsfähigkeit) zu verwenden.
Das größte Problem beim Anbau in Pflanzgefäßen ist für eine gute Bewässerung zu sorgen. Chili Peppers und Paprika mögen es nicht gerne trocken. Die Paprikafrüchte zählen neben Gurken und Auberginen zu den Pflanzen mit dem höchsten Wasserbedarf. Eine einzelne Paprikapflanze verdunstet bis zu 3 l Wasser am Tag. Daher muß regelmäßig gegossen werden ohne daß das Wasser im Bereich des Wurzelballens steht, da die Wurzeln bei einen überangebot von Wasser leicht faulen. Außerdem ist beim Gießen Sorge zu tragen das nur der Wurzelballen Wasser erhält und nicht das Blattwerk.

Es ist leichter im Beet für die richtige Bewässerung zu sorgen als im Pflanzgefäß . Ein ausgiebiges Mulchen (Rasenschnitt,Stroh,Laub etc.) verhindert ein Austrocknen im Wurzelbereich und hilft Verschlämmungen oder Ausspülungen bei schweren Regenfällen zu vermeiden. Dies ist bei Paprika/Chiliplanzen besonders wichtig , weil sie sehr flach und nicht tief wurzeln. Die Mulchschicht unterdrückt auch das Wachstum von Unkräutern und fördert das Bodenleben und eine lockere Struktur des Bodens.

Düngung und Ernte

Wenn es sich um einen guten humosen Boden handelt und bei der Auspflanzung Stallmist untergearbeitet wurde , ist eine weitere Düngung nicht mehr notwendig. Eine zu hohe Stickstoffgabe erhöht nur den Blattwuchs und verringert die Standfestigkeit beziehungsweise die Tragfähigkeit der Zweige. Im Zweifelsfall lieber weniger düngen als zuviel.

Da der Nährstoff bei den in Kübeln ausgesetzten Paprika-/Chilipflanze rasch ausgewaschen wird, ist laufend neuer Nährstoff zuzufügen.
Hat man alles beachtet, wird die Pflanze blühen und reichlich Früchte ansetzen. Nun liegt es hauptsächlich an der Sonne wie viele Früchte voll ausreifen. Manche Varietäten können sowohl reif als auch unreif geerntet werden , andere haben nur im reifen Zustand ihr besonderes Aroma. Die Reife ist meist an den Farbumschlag der Schoten zu erkennen. Der günstigste Erntezeitpunkt ist , wenn der Farbumschlag (meist von grün zu rot) erfolgt , da dies die Neubildung von Blüten anregt. Es entscheidet aber auch die Nutzung der Schoten (Frischverzehr , Einlegen, Verarbeitung zu Soßen,Trocknen und Mahlen, Saatgutgewinnung etc.). So wird man Schoten die man Trocknen oder als Saatgut verwenden will, so lang als möglich an der Pflanze belassen.

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