Allgemeines/Arten

üppig wachsende mehrjährige Pflanze

Man sollte es nicht für möglich halten aber es werden Jahr für Jahr über vier Millionen Tonnen Chili Peppers (die Verwandten von Paprika und Pfefferoni) geerntet. Vergleichsweise wird die weltweite Ernte von schwarzen Pfeffer auf weniger als 200.000 Tonnen geschätzt.
Mehr als ein Viertel der Menschheit verfeinert das Essen mit Chili. Besonders in Mexiko , Südamerika und im Fernen Osten ist der Chili Pepper sehr gefragt. Obwohl auch in unseren Breiten immer mehr Menschen die Verwendung von Chili schätzen gelernt haben , sind wir noch weit davon entfernt ein wesentlicher Konsument der vier Millionen Tonnen Chili zu sein. Aber es gibt immer mehr Liebhaber in unseren Breiten die den Kick bei dem Genuss von besonders scharf gewürzten Speisen schätzen.

selbst erstellte chili sosse

Inzwischen hat sich eine ganze Kultur -für scharfe Sossen- hauptsächlich mit Chili Peppers als Ausgangsbasis entwickelt. In den Vereinigten Staaten soll es bereits tausende Zubereitungen solcher Sossen geben mit unterschiedlicher Schärfe, Geschmacksrichtungen und Aromen. Eine der ältesten und berühmteste Soße ist wohl die vor 130 Jahren in Lousiana vorgestellte Tabasco Sauce die auch heute noch Bestandteil eines gut bestückten Gewürzschrankes ist. Inzwischen ist auch ein gewisser Wettlauf eingetreten , wer die schärfsten Varianten dieser Sossen anbieten kann. Es gibt aber auch viele Sossen die man nicht nur wegen der Schärfe sondern auch wegen Ihrer besonderen Aromen verwendet. Jeder kann hier für seinen Geschmack fündig werden oder seine eigene Sosse aus selbst angebauten Chili-Pepper mit anderen Zutaten komponieren. Die Chili Peppers muß man nicht unbedingt nur in Sossenform verwenden. Sie können auch frisch, gefüllt oder in öl oder sauer eingelegt verzehrt werden. Man kann auch pikante Trockengewürze und Gewürzpasten herstellen. Bei der Verarbeitung der schärfsten Varianten ist das Anlegen von Handschuhen angebracht und auch Vorsorge zu tragen das die Augen geschützt werden(Staubvermeidung)

Namensverwirrung rund um den Chili-Pepper

Die Chili-Peppers stammen aus Mittel- und Südamerika und wurden dort als Kulturpflanze genutzt. Die Seefahrer brachten diese Gewürzpflanze nach Europa. Columbus und Kumpanen haben sich nicht nur geirrt. was sie entdeckt haben, sie glaubten in Indien gelandet zu sein und nannten daher die Ureinwohner Indianer. Auch beim Chili-Pepper glaubten sie das die scharfen Früchte eine besondere Pfefferart sei und nannten die Pflanze und die Früchte Pfeffer. Das tut man auch heute noch im deutschen Sprachgebrauch . Man nennt beispielsweise das gemahlene Pulver des Cayenne Chilis - Cayenne Pfeffer. In Wirklichkeit handelt es sich beim Chili-Pepper um Früchte von der Pflanzengattung Capsicum die mit der Pfefferpflanze Piper nigrum nicht verwandt ist.
Zusätzlich haben sich regional verschiedene Bezeichnungen entwickelt. Ein weiterer Grund zur Verwirrung liegt in der Tatsache das sich die Arten der Capsicum Familie sehr leicht verkreuzen und es schwierig ist , das Ergebnis der Kreuzungen artmäßig zuzuordnen.
Es gibt etwa 30 Arten in der Gattung Capsicum, von denen heute meist nur fünf Arten mit zahlreichen Kultursorten kultiviert werden.

Kurzbeschreibung der einzelnen Capsicum Arten

  • Capsicum annuum
    Die weißen Blüten sitzen meist auf Stengelknoten und die Früchte entwickeln sich zumeist herabhängend. Fast alle Gemüsepaprikas gehören zu dieser Art, aber auch sehr scharfe Vertreter wie Serrano und Cayenne sind in dieser Art vertreten. Die Bezeichnung annuum suggeriert eine Einjährigkeit der Pflanzen, aber viele dieser Artsorten lassen sich problemlos überwintern und mehrjährig beernten
  • Capsicum baccatum
    Die Artbezeichnung bedeutet "beerenartig" doch kommen auch andere Fruchtformen bei dieser Art vor. Die Pflanzen dieser Art sind sehr kältetolerant bis zu 0° C.
    Die Blüten sitzen einzeln auf Stengelknoten. Die Basis der Blütenblätter sind gelb oder grün gescheckt, die Adern am Kelch sind zu Zähnen verlängert. Die Früchte dieser Art haben ein fruchtig, exotisches Aroma. Bekannte Sorten dieser Art sind Criolla Sella, Lemon Drop und Glockenpaprika.
  • Capsicum chinense
    Bei dieser Art bilden sich pro Knoten 2 bis 5 Blüten, diese sind entweder aufrecht oder hängend, die Blütenblätter sind weiß bis grünlich-weiß. Zwischen Kelchbasis und Blütenstiel Befindet sich eine Einschnürung.
    Diese Art bringt die schärfsten Chile Peppers hervor (Habanero, Scotch Bonnet u.a.). Trotz des Namens stammen diese Sorten nicht aus China sondern aus Mittel- und Südamerika.
  • Capsicum frutescens
    Typisch für diese Art sind die stets aufrecht an der Pflanze stehenden Blüten und Früchte. Die Blüten sitzen einzeln, selten zu zweit am Trieb. Der Kelch ist leicht gezähnt und weist keine ringförmige Verdickung am Blütenstielansatz auf. Die Bezeichnung frutescens weist auf das strauchförmige Wachstum hin. Die bekannteste Sorte dieser Art ist Tabasco und nach dieser Sorte ist auch die weltbekannte Sosse benannt.
  • Capsicum pubescens
    Auffallende Merkmale sind die behaarten Blätter und die violetten Blüten mit weißem Zentrum. Der Kelch ist gezähnt, pro Knoten wächst nur eine Blüte, die Frucht hängt herunter.
    Als einzige der Gattung Capsicum hat diese Art braun-schwarze Samen. Die Pflanzen vertragen Temperaturen bis - 5°C . Typische Vertreter der auch Baumchilli genannter Art sind Rocoto Manzano Rojo und Rocoto Chile de Seda

Aus der vorausgegangenen Beschreibung läßt sich eine Zuordnungs-/Erkennungshilfe erstellen. Allerdings kann diese nur als Grobeinteilung dienen. Es ist außerordentlich schwer alle Sorten die angeboten werden, einer Art zuzuordnen. Erschwerend für die Zuordnung kommt dazu, das außer der Art Capsicum pubescens sich alle anderen Arten über die Artgrenzen hinweg sich verkreuzen können.

Einteilung der Capsicumarten nach den Blüte/Samen Merkmalen

Systematik Capsicum

Zusätzliche Informationen